"Das Leben lernt von Anfang an." - Workshop von HP SIGRID SCHELLHAAS

Gibt es eine Zellinformation? Kann es sein, das unsere Zellen vom ersten Moment der Zellteilung an lernen zu überleben? Gibt es einen Umgang mit Stress in unserem Körper, was so früh schon angesteuert wird und unser Verhalten prägt? Und, gibt es in der Medizin und der Psychologie darauf eine Antwort?

© Jessica Diedrich


 

 "Ich spüre – also bin ich“ war der Titel der 27. Jahrestagung der „Internationale Studiengemeinschaft für Prä- und Perinatale Psychologie und Medizin“ (ISPPM).

 

„Bedürfnisse vorgeburtlicher Kinder und ihrer Eltern im Spannungsfeld zwischen geburtskulturellen Entwicklungen, Gesundheitspolitik, Grundrechten, Ethik und Ökonomie.  

Erlebnisse und Erfahrungen der Kindheit wirken sich gravierend auf die psychosoziale und körperliche Entwicklung eines Menschen aus.

In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch das Wissen verdichtet, dass bereits der intrauterine Lebensraum prägende Bedeutung für das Kind hat – und zwar immer im Kontext mit dem Schwangerschaftserleben“ so das ISPPM auf deren Internetauftritt.

Autoren die hierüber veröffentlicht haben sind Bettin Alberti mit dem Buch „Die Seele fühlt von Anfang an - wie pränatale Erfahrungen unsere Beziehungsfähigkeit prägen“ oder David Chamberlain „Woran Babys sich erinnern“. 

 

Auch für die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung und manche Organisation, die an einer  Veränderung der Geburtspraktiken arbeiten, ist dieser Denkansatz Grundlage aller weiteren Betrachtungen und Vorgehensweisen.

 

Biochemisch ist heute manches nachweisbar. Von der Epigenetik wissen wir, dass das Fehlbildungsrisiko bei Kindern nach einer Zeugung per IVF (In vitro Fertilisation) erhöht ist. Es wird vermutet, dass die Hormonbehandlungen selbst und die anfängliche Aufbewahrung der befruchteten Eizelle im falschen biochemischen Milieu des Reagenzglases dazu beizutragen, dass die ersten Zellen des werdenden Lebens die Programmierung ihres Imprintings nicht korrekt weitergeben.

( Der Zweite Code, Peter Spork ) 

 

Nach Prof. Thomas Elbert, Psychologe und Evolutionsbiologe sowie Prof. Axel Meyer von der Uni Konstanz, bewirkt eine andauernde Bedrohungssituation bei einer schwangeren Frau eine epigenetische Veränderung im Glococorticoid-Rezeptor-Gen des Kindes. Eine anfälligere Stressachse entwickelt sich. Dies ist ebenso auf Kinder übertragbar, die in Kriegs- oder Krisengebieten oder in Fluchtsituationen geboren wurden. 

„Der Körper signalisiert diesen Kindern, dass sie in einer bedrohlichen Umgebung aufwachsen werden. Die Kinder verhalten sich dadurch in ihrem späteren Leben ängstlicher und weniger neugierig.“

(Der 2.Code Peter Spork, S.230)

 

Hierzu veröffentlicht  hat u .a. auch Prof Bauer in „Warum ich fühle was Du fühlst.“

 

Unter ACTH Einfluss werden in der Nebennierenrinde Gluccorticoide gebildet. Dies hat Wirkung auf das Nervensystem, den Kreislauf sowie den Stoffwechsel.  Ein solches, in prägender Zeit für den Stoffwechsel schon sehr angeregtes System,  reagiert im späteren Leben schneller und unkontrollierter. 

 

Ich habe 20 Jahre Frauen mit ihren Säuglingen ab dem 3. Lebensmonat wöchentlich in eigenen Gruppen begleitet. Als Homöopathin und Körpertherapeutin ist für mich die Betrachtung von Schwangerschaft und Geburt als Prägungen für das weitere Leben ein Denkansatz, der mir hilft Regulationsauffälligkeiten eines Körpers zu verstehen und nicht therapierbare Ängste einzuordnen.

 

Besonders in der Frühkindlichen Phase ergeben sich hieraus Ansätze, die Einwirkungen aus Schwangerschaft und der Geburt gut zu therapieren, und damit dem Kind einen größeren Boden für die eigene Entwicklung zu ermöglichen. Aber auch der Erwachsene profitiert, homöopathisch zumindest, von diesen Erkenntnissen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Simone Lücke (Donnerstag, 02 Juni 2016 17:55)

    Hallo ihr lieben Frauen,
    das Thema hört sich sehr interessant für mich an. Ich freue mich schon auf meine liebe Kollegin Siggi und ihren Workshop. :-)
    Viele Grüße und euch eine wunderbare Zeit, Simone