"Wa(h)re Gesundheit - Frauengesundheit als Wirtschaftsfaktor" - Vortrag von HP Doris Braune

In der Frauenheilkunde wie im gesamten Gesundheitswesen gibt es eine Entwicklung hin zu einer Monopolisierung und Privatisierung von Krankenhäusern. 2014 sind circa ein Drittel der Krankenhäuser im Besitz von privaten Eigentümern, ein weiteres Drittel ist in kommunalem Besitz und ein Drittel wird von konfessionellen oder gemeinnützigen Trägern betrieben.

© Doris Braune


In der Frauenheilkunde wie im gesamten Gesundheitswesen gibt es eine Entwicklung hin zu einer Monopolisierung und Privatisierung von Krankenhäusern. 2014 sind circa ein Drittel der Krankenhäuser im Besitz von privaten Eigentümern, ein weiteres Drittel ist in kommunalem Besitz und ein Drittel wird von konfessionellen oder gemeinnützigen Trägern betrieben.

Man/frau muss sich allerdings vor Augen halten, dass Krankenhäuser mit dem Steuergeld der BürgerInnen aufgebaut worden sind und dass die primäre Zielsetzung eines Krankenhauses die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung ist und nicht die Erwirtschaftung von Renditen für die privaten Anteilseigner. Mit dieser politisch gewünschten Änderung der primären Ziele verändert sich vor unseren Augen das Gesundheitswesen zu einer Gesundheitsindustrie, in der die politischen Zielvorgaben im Wesentlichen von Lobbyisten großer Pharmahersteller vorgegeben werden.

 

In der Frauenheilkunde ist dieses wie in allen anderen Bereichen des Gesundheitsbereichs deutlich wahrzunehmen. So wird beispielsweise den Frauen anstelle einer nebenwirkungslosen Verhütung mittels Barierremethoden (Kondom, Portiokappe und Diaphragma) die hormonelle Verhütung als einzig sichere Methode vermittelt. Selbst ganz jungen Mädchen, deren Menstruationszyklus sich noch gar nicht richtig eingespielt hat, werden Hormonimplantate oder zunehmend auch Pillen verschrieben, die noch nicht einmal eine Abbruchblutung zulassen. Diese Praktiken führten zu einer massiven Zunahme von gynäkologischen Erkrankungen und Beschwerden. 

Im Vortrag: Wa(h)re Gesundheit- Frauengesundheit als Ware möchte ich diese gefährliche Entwicklung anhand verschiedener Praktiken in der Frauenheilkunde aufzeigen. Wenn wir uns über die Manipulation des weiblichen Körpers, des weiblichen Zyklus bewusst werden, öffnen sich Türen für einen anderen Umgang mit dem weiblichen Körper und eine ganzheitliche, unterstützende und  stärkende Frauenheilkunde. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Angelika Stets (Montag, 27 Juni 2016 15:29)

    Danke, liebe Doris, dass du dieses Thema ansprichst !
    Die Kommerzialisierung der Medizin und die sogen. Gesundheitsindustrie greift wie ein große Krake in unser aller Leben ein, wenn wir uns nicht selbst Gedanken machen, uns selbst auf anderen Wegen informieren und eine effektive Selbstbehauptung üben, unseren Körper, Geist und Seele vor diesen "Wohltätigkeiten" zu bewahren.
    Als Therapeutinnen ist es unsere Verantwortung in der Beratung mit PatientInnen, diese Verflechtungen und Auswüchse der Medizin bewußt zu haben und sie bewußt zu machen und andere Wege zu suchen und zu gehen.

  • #2

    Katharina (Mittwoch, 25 Januar 2017 00:33)

    Sehr gutes und wichtiges Thema!
    Kleiner Zwischenruf:
    Dass allein hormonelle Verhütung sicher sei wird schon viel länger verbreitet! Schon lange bevor Krankenhäuser privatisiert wurden. Daher wäre es auch gut, noch ein bisschen mehr hinter die Kulissen zu schauen, warum denn hormonelle Verhütung dermaßen gepusht wurde und wird.
    Ich freue mich auf die Diskussionen!
    Katharina