"Ganzheitliche Kultursensible Traumaarbeit mit geflüchteten Frauen" - Vortrag von HP Zakia Roohani

Selbst vor dreissig Jahren aus Afghanistan geflüchtet spricht Zakia Roohani über ihre Arbeit mit geflüchteten und/oder traumatisierten Frauen sowie allgemein Frauen mit Migrationshintergrund. Sie erläutert, warum fast alle Frauen mit Migrationshintergrund an seelischen Dysbalancen und psychosomatischen Beschwerden leiden und zeigt auf, welche Wege, Therapie- und Betreuungsangebote für diese Frauen rettend sein können und wie wichtig es ist, ganzheitliche kultursensible Arbeit mit empathischem Zuhören zu verbinden.

© Zakia Roohani



Wie mein Beruf mein Berufung geworden!!!

 

Zakia Roohani erzählt, wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist, der nunmehr ihre Berufung geworden ist.

Als sie vor über dreißig Jahren aus Afghanistan flüchtete, um ein Jahr später mit einem 18-Monate alten Kind in Deutschland anzukommen, blieb keine Zeit ihre Erlebnisse aufzuarbeiten, sie wurde mit subtilen Traumata und fremden sozialen Feldern konfrontiert.

Ihr Werdegang startet ganz klassisch mit dem Erkennen der Grenzen der Schulmedizin und dem Experimentieren mit Naturheilkunde (ihr Vater war Arzt, ihre Großmutter Heilerin).

Ihre „erste Revolution“ nennt Frau Roohani die Bewusstwerdung der Eigenverantwortung für ihre körperliche, geistige und seelische Verfassung.

Sie kam mit Lehrern des Yoga Nidra und Raja Yoga in Kontakt und wurde eine disziplinierte Schülerin dieser Zweige, die für unsere westlichen Entspannungsmethoden als Ursprung dienten. Im Gegensatz zum Autogenen Training wirkt Yoga Nidra aber nicht nur auf der Wahrnehmungsebene des Körpers, sondern bezieht den Geist mit ein.

Frau Roohani entwickelte sich noch weiter.

Ihre „zweite Revolution“ war die Begegnung mit den Lehren des Dipl. Psychologen Christian Meyer, der nach über dreißig Jahren Praxis mit Körper-, Gestalt- und Psychotherapie mittlerweile nur noch auf „Bewusstheitsarbeit“ setzt.

Er hat die Erfahrung gemacht, dass verdrängte, nicht bewusst wahrgenommene und  negative Gefühle mit bestimmten Methoden wieder hochkommen und gefühlt, d.h. wahrgenommen werden können. Durch das bewusste Fühlen von Angst, Trauer, Wut und Zorn verbrennen diese Gefühle. Dafür entstehen gute Gefühle. Die Energie, die vorher blockiert war, kann wieder frei fließen. Mit der Zeit entstehen innere Ruhe, tiefe Erfahrungen von Freude, Frieden, Stille.das ist bis Ende 2013 gewesen.

 

"Von Januar 2014 bis April 2015 habe ich an den Programmen zur Persönlichkeitsentwicklung des Landmark Forums teilgenommen. Es  war sehr hart. Ich musste einige Male über meinen Schatten springen. Indem ich mein altes ICH hinter mir ließ, öffnete ich mich für eine neue Authentizität, mit der ich jetzt mehr Frauen und Mädchen als zuvor erreiche und zur Selbstorganisation befähigen kann. Diese Transformationen haben in mir auch das  Gefühl für ein Miteinander gestärkt. Die Frauen und die Arbeit mit ihnen sind mir sehr ans Herz gewachsen. Seit 2012 sind wir mit unseren Erfahrungen gemeinsam gewachsen.  Ich möchte dieses Wachstum fördern, damit diese Liebe überall gedeihen kann. Dann habe ich das Gefühl, meine Aufgabe hier zu erfüllen."

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