Wo Leben stört...


Von Anfang an hat der Untertitel des Lachesis Frauen.Gesundheit.Kongress 2017 "Wo Leben stört" genau das getan: Er hat gestört, er hat polarisiert, er wurde geliebt, er wurde gehasst, er wurde mehrfach beinahe gestrichen.

Und doch hat er sich durchgesetzt. Weil er nämlich genau für all die Dinge steht, über die wir reden und diskutieren möchten.

Für jede von uns auf ihre ganz eigene Art und Weise.

 

Um dies auch nach außen hin deutlich zu machen, haben einige von uns Vorbereitungsfrauen ihre Gedanken zum Thema "Wo Leben stört" einmal zusammengefasst.


Leben ist individuell, flexibel und wandelt sich ständig

Leben lässt sich nicht normieren oder in Schubladen stecken, Leben ist individuell, flexibel und wandelt sich ständig!

Damit entzieht es sich jeder wissenschaftlichen Berechenbarkeit und vergleichenden Statistik, vor allem aber auch jedem Versuch das angeblich makelose und perfekte Ideal zu schaffen! 

- Dorothee Scheiing, Heilpraktikerin, Düsseldorf -

Wo Leben stört

Ineinander greifende Arbeitsabläufe brauchen ein klares Zeitfenster. Hierfür braucht es eine gute Organisation, eine gute Planung. So lernen wir mit unserem Leben umzugehen. Alles scheint planbar und kontrollierbar. Selbst die Fortpflanzung.  

Ein erster Bruch ist meist das erste Kinde. Es lässt sich nicht planen. Und ist es da, fängt das Chaos in unserem Leben an. Ein Säugling nimmt keine Rücksicht auf Zeitplanungen. Er braucht sie auch nicht. Das Kind will leben, sich bewegen, lernen, fühlen, da sein….

Andere Brüche sind Überforderung, unvorhergesehene Ereignisse, Krankheit…

Ins besonders bei letzterem wird deutlich, dass es keine Kausalität, keine einfach planbare Vorgehensweise, keine endgültigen absolut abschätzbaren Vorgehensweisen gibt, nicht in der Schulmedizin und nicht in der Naturheilkunde.

Grundlage des Lebens in unserem Körper ist ein gesundes Chaos. Weder der Herzschlag, noch der Atemrhythmus ist gleichmäßig. Das Leben muss sich ständig dem Außen anpassen. Dazu gehören auch Jahreszeiten, Wärme und Kälte, Regen und Sonne, Tag und Nacht, Umweltgifte etc.

Leben muss veränderlich sein, kommunikativ, kreativ, anpassungsfähig, herausfordernd, spürbar.

Chronische Erkrankungen zeigen eine Starre, eine Kraftlosigkeit für Veränderung, eine Akzeptanz der nicht Regenerationsfähigkeit eines Körpers, einer Seele.

„Das Leben lebt sich von Anfang an, es ist wie die Welle und das Meer“ (Marianne Wex)

- Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin, Wiesbaden -

Unser Kongresstitel steht für mich für die Fragestellung, ...

... ob wir uns als Frauen dem Diktat des Machbaren unterwerfen wollen und dafür unseren Zyklus, der Ausdruck unserer Lebendigkeit ist, auch wenn "er" gestört ist, aufgeben.

Was sind die Ressourcen, die uns wieder an den Fluss des Lebendigen-Seins anbinden?

Welche Konsequenzen haben hormonelle oder invasive Interventionen auf das Leben - von Mutter - Leihmutter - Kind?

Wie kann die Spirale der Angst durchbrochen werden? Angst, ungewollt schwanger zu werden - Angst vor den Nebenwirkungen der Pille - Angst nicht schwanger zu werden - Angst zum falschen Zeitpunkt schwanger zu werden - Angst vor dem nächsten Untersuchungsergebnis ... usw.

Wie ist es möglich, authentische Entscheidungen zu treffen? Durch Informationen, die die Selbst-Sicherheit stärken...

Hierzu soll der Kongress beitragen.

- Annette Kresse, Heilpraktikerin, Simmern- 

Wo Leben stört...

Leben stört, wenn im Begradigten, Einheitlichen plötzlich Lebendigkeit und Natur, Rhythmus und Intuition für das Eigene Ausdruck finden will.

 - Steffi Pfeil, Heilpraktikerin, Bielefeld - 

Warum engagiere ich mich bei einem Kongress mit dem UNtertitel: Wo Leben stört?

Leben / Lebendigkeit stört immer dann , wenn ich z.Bsp.: als Patientin nicht im Sinne von Leitlinien agiere, sondern Fragen habe, Entscheidungen anders  treffe oder einfach meinen eigenen Gefühlen und Erfahrungen mehr als Entscheidungsgrundlage traue, als das vorgesehen ist.

Dann störe ich die Organisation , den Ablauf , die Gradlinigkeit.

Leben ist aber nicht gradlinig, sondern rund, bunt, unerwartet.

Deswegen wünsche ich mir ganz viel Leben und  ganz viel Störung ! 

- Carmen Scharf, Heilpraktikerin, Frankfurt am Main -

Wo stört es denn, das Leben? Und warum eigentlich?

Das Leben ist geprägt von Wandel und folgt - wenn es gelassen wird - oft seinem ganz eigenen Rhythmus. 

In der Praxis erlebe ich jedoch mehr und mehr, dass diese Dynamik zu unterbinden versucht wird. In einer Zeit, in der alles planbar und machbar sein scheint, ist es anscheinend oft nicht einsehbar, warum frau sich auf die Bewegung des Lebens einlassen und sich über diese Lebendigkeit freuen sollte .

Statt dessen wird der Zyklus "begradigt", die Menstruation unterbunden und das Wunschkind wird genauso geplant wie die vorangegangenen beruflichen Projekte.

Doch oft kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem sich das Leben auf einmal nicht mehr fügen möchte sondern seine Eigendynamik einfordert - oft verursacht durch all die stattgefundenen Interventionen. Statt dessen stört es auf einmal, dieses Leben.

Ich möchte ermutigen, sich auf diese "Störungen" einzulassen und die Lebendigkeit zu genießen. 

- Julia Eusemann, Heilpraktikerin, Freiburg - 


Die Frauen der Kongressvorbereitungs-gruppe stellen sich vor

Von links nach rechts:

 

Kathrin Schröder, Heilpraktikerin, Erfurt

Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin, Wiesbaden

Annette Kresse, Heilpraktikerin, Simmern

Dorothee Scheiing, Heilpraktikerin, Düsseldorf

Carmen Scharf, Heilpraktikerin, Frankfurt

Julia Eusemann, Heilpraktikerin, Freiburg-Merzhausen

Stefanie Pfeil, Heilpraktikerin, Bielefeld

Doris Braune, Heilpraktikerin, Stuttgart

 

Foto: Jessica Diedrich, Hamburg


Wir sind alle Heilpraktikerinnen und Mitfrauen des Lachesis e.V. - Berufsverband für Heilpraktikerinnen.

Neben unserer Praxistätigkeit engagieren wir uns ehrenamtlich in der Vorbereitungsgruppe für den Frauengesundheits-Kongress 2017.

 

Neben all den Gemeinsamkeiten bringen wir alle unterschiedliche politische, soziale und auch heilkundliche Hintergründe mit. Dies bereichert unsere Zusammenarbeit, belebt die Diskussionen und erhält die Vielfalt. 


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